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Geschichte 07 / 12 · Ein Sofa. Zwei Bildschirme. Ein und dieselbe Menge.

Du hast das Bild noch nicht gesehen. Dein Urteil ist schon da.

Auf dem Bildschirm versammeln sich Menschen auf einem Platz. Du liest zuerst: „Besorgte Anwohner wehren sich.“ Du suchst nach ihren Gesichtern. Dann siehst du dasselbe Foto mit einer anderen Überschrift: „Aggressive Menge macht Druck.“ Auf einmal fallen dir andere Einzelheiten auf.

Hinter der Szene

Die Überschrift kommt im Kopf vor dem Bild an.

Lippmann beschreibt, wie vorhandene Vorstellungen unsere Wahrnehmung ordnen. Der Rahmen sagt dir, auf wen du achten und was du erwarten sollst. Die Pixel haben sich nicht geändert. Aber deine Suche im Bild schon. Le Bons Frage nach Suggestion berührt hier denselben empfindlichen Punkt.

Der entscheidende Wechsel

Du erkennst auch das, worauf du vorbereitet wurdest.

Vielleicht passt eine Überschrift besser zum Geschehen. Vielleicht fehlen beiden entscheidende Informationen. Das lässt sich nicht allein aus ihrer Wirkung auf dich entscheiden. Zuerst musst du trennen, was tatsächlich zu sehen ist und was die Beschreibung daraus macht.

Das erste Wort über einem Clip kann lange mitlaufen – auch nachdem du es für einen bloßen Kommentar hältst.

Was kann ich ohne Überschrift beobachten, und was weiß ich nur durch die Deutung darüber?
Die Spur im Buch & ein Video dazu
Nachlesen

Das Foto- und Überschriftenpaar ist ein erfundenes Lernbeispiel nach Lippmann. Es wird kein realer Protest bewertet.

Textgrundlage: Walter Lippmann · Public Opinion ↗ · Public Opinion, Kapitel VI–X: Stereotypes. Das konkrete Foto-Szenario ist eine eigene didaktische Konstruktion. · Quellenstatus

Walter Lippmann und diese Perspektive vertiefen ↗
Zum Weitersehen

Teil 1: Happiness Machines

Ein Video zum größeren Zusammenhang; kein Einzelbeleg für die erzählte Szene.

Englisch · ca. 60 Minuten · Adam Curtis / BBC · Video extern öffnen ↗

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